Der Herbst beginnt, die Erfolge bleiben

Der Sommer hat sich so langsam dem Herbst geschlagen geben müssen, die kühleren Temperaturen ergeben ganz andere Bedingungen für das Training, aber für die Radsportler geht es noch einmal hoch her. Anfang September stand in Erfurt die Europameisterschaft im Derny statt und Messane Bräutigam reiste dort als aktuelle Deutsche Meisterin an. Ein großes Spektakel auf dem 250 Meter langen Oval vor mehr als 2000 Zuschauern und beim Zielsprint entschieden nur Zentimeter über den Titel und die Platzierung dahinter. Messane hatte hier nach 30 Kilometern mit fast 60 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit leider das Nachsehen und nachdem sie gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Reißner das Rennen dominiert hatte, musste sie sich knapp geschlagen geben. Dennoch war es eine tolle Erfahrung vor der großen Kulisse und eine gute Vorbereitung auf die kommende Weltmeisterschaft der Elite in Chile, bei der sie als jüngste unter den Teilnehmerinnen an den Start gehen wird.

Für die jüngeren Jahrgänge stand am vergangenen Wochenende der letzte Höhepunkt der Saison in Büttgen an. Auf der dortigen Radrennbahn fuhr Linus Sturm um die Deutsche Meisterschaften im Omnium und im Madison und die gezielte Vorbereitung machte sich bezahlt. Schon am ersten Tag holte er im Omnium, einem Wettbewerb bestehend aus 4 Teildisziplinen, Punkt um Punkt und im abschließenden Punktefahren schob er sich immer weiter an den bis dato Führenden heran. Der aber konnte noch einmal kontern und Linus musste sich zwar geschlagen geben, aber freute sich natürlich über den 2. Platz. Bei der Siegerehrung erklang dann die Nationalhymne und diesen Moment will ein Sportler auch immer wieder erleben. Die Motivation für den folgenden Tag war also enorm hoch und im Madison gelang Linus zusammen mit seinem Partner aus Queidersbach noch einmal eine tolle Leistung gekrönt mit dem 3. Platz. Also ging es noch einmal zu Siegerehrung und vor allem mit einem tollen Gefühl nach Hause und in eine kurze Pause, bevor es mit den ersten Crossrennen weitergeht.

Für die Rennfahrer des RSV geht es also auch in diesem Jahr ins Gelände und hinter den Kulissen wird alles für das Radsportwochenende im November vorbereitet. Das Gravel-Rennen soll seine 3. Auflage erleben und es wird integriert die Landesverbandsmeisterschaft ausgetragen. Ein wichtiger Schritt hin zur Etablierung dieser beliebten Radsportdisziplin. Auch beim Cyclocross wird es bei der mittlerweile 11. Auflage wieder heiße Rennen rund um den Wiesenweg geben.

Zum Ende des Sommers noch einmal tolle Erlebnisse für die Radsportler

Die Radsportsaison auf der Straße geht in ihren letzten Monat, aber die jungen RennfahrerInnen aus Rheinzabern sind weiter viel unterwegs. Hannah Franziska Brand war mittendrin in der Weltspitze und durfte bei der Weltmeisterschaft der Junioren in den Niederlanden die deutschen Farben vertreten. Als erstes musste sie im Ausscheidungsfahren ran und da gab es die großen Fußstapfen ihrer Vereinskameradin Messane Bräutigam, die im Vorjahr in dieser Disziplin den Weltmeistertitel geholt hatte. Hannah hatte weniger Glück und wurde gleich zu Beginn in einen Sturz verwickelt. Das halbe Feld lag auf der Bahn und nach dem Neustart wollte es irgendwie überhaupt nicht laufen, sodass sie mit dem 20. Platz nicht so zufrieden war. Aber am letzten Tag der WM ging es noch einmal für sie rund, denn im Madison wollte sie zusammen mit ihrer Partnerin aus Thüringen ihr Können zeigen. Es reichte am Ende in einem sehr schnellen Rennen für den 8. Platz. Eine Woche voller toller Erlebnisse inmitten der ersten Weltmeisterschaft für die junge Sportlerin ging damit zu Ende. Darauf lässt sich auf jeden Fall für das zweite Jahr in der Juniorenklasse aufbauen.

National ging es gleich weiter zur DM im Zeitfahren in Genthin. Hier fahren die Schüler- und Jugendklassen im Paar- bzw. Mannschaftszeitfahren und Lasse Delius jagte zusammen mit den anderen Pfälzern über die 40 km lange Strecke. Am Ende stand bei starker Konkurrenz ein 13. Platz zu Buche. Dennoch gab es in Genthin Grund zu feiern, denn Viola Scharpey, seit einem Jahr bei uns im Verein, holte sich mit ihrer Partnerin aus dem Rheinland in überragender Manier den Titel. Da staunte sie selbst ganz schön und war nach den 20 km vollkommen erschöpft kaum dazu in der Lage, die tolle Zeit und den Gewinn der Meisterschaft zu realisieren. Aber zur Siegerehrung hatte sie sich wieder erholt und genoss die Nationalhymne bis zur letzten Note. An gleicher Stelle konnten auch die anderen beiden Rennfahrerinnen des RSV schon Meisterfeiern erleben, und so tritt Viola hier vollkommen zu Recht die Nachfolge an. Wir sind überzeugt, dass es nicht der letzte große Erfolg der noch jungen Rennfahrerin sein wird.

Derweil reist Messane Bräutigam quer durch Europa. Nach Abstechern zum Bahnrennen nach Italien und zur Polenrundfahrt war sie am Wochenende in den Niederlanden und Belgien am Start. Hier konnte sie eines der nationalen Rennen sogar gewinnen und bekam einen Hut, der wohl in der Gegend etwas Besonderes ist. Denn kann sie dann vielleicht beim Ball des Sports in Landau aufsetzen, denn sie war bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres der Rheinpfalz nominiert. Wir hoffen natürlich auch hier auf viele Stimmen und eine Platzierung ganz vorn.

Gleich zwei Europameistertitel für die Radsportler

… und sie hat schon wieder zugeschlagen! Nur wenige Tage nach den Erfolgen bei den Deutschen Meisterschaften in Dudenhofen wurde für Messane Bräutigam wieder die Nationalhymne gespielt. Dieses Mal erklang sie in Anadia (Portugal) anlässlich der Europameisterschaft auf der Bahn. Messane startete dort beim Scratch, bei dem die Wertung wie beim Straßenrennen erfolgt. Allerdings ist die Positionierung im Feld nicht so einfach und so musste unsere junge Fahrerin immer auf der Hut sein und viel “mit Auge” fahren. Kurz vor dem Ende war es dann doch passiert und sie war im Pulk eingebaut. Mit der notwendigen Ruhe wartete sie auf die Chance, eine Tür ging auf und mit einem fulminanten Schlusssprint fegte sie an allen Konkurrentinnen vorbei über den Zielstrich und hinein in das Trikot der Europameisterin. Was für eine tolle Leistung und das sollte es ja auch noch nicht gewesen sein. In den folgenden Tagen stand noch die Mannschaftsverfolgung an. Dabei bestreiten die 4 SportlerInnen exakt 4 Kilometer und da diese Disziplin im Programm der Olympischen Spiele enthalten ist, wird ihr in Deutschland große Beachtung geschenkt. Das ist allerdings in Großbritannien auch so und daher lief der Wettbewerb auf den Zweikampf zwischen den Deutschen und den Fahrerinnen von der Insel hinaus. Im Finale lagen beide lange gleichauf, aber zum Ende hin hatten die Britinnen die größeren Kraftreserven und konnten sich hauchdünn durchsetzen. Damit erhielt Messane eine Silbermedaille, aber ihre Gedanken waren da schon bei der Erholung für die kommenden Tage. Das Omnium, ein Wettbewerb bestehend aus 4 Teilrennen, lief wie eine Achterbahn und mit etwas mehr Glück hätte es anstelle des 4. Platzes auch für das Podium reichen können. Der Höhepunkt folgte dann am letzten Tag der Europameisterschaften: Das Madison-Rennen – die absolute Lieblingsdisziplin von Messane – stand an. An den Start ging sie gemeinsam mit Fabienne Jährig aus Berlin und das zum ersten Mal. Zu Beginn merkte man den beiden auch an, dass sie im Gegensatz zu den Konkurrentinnen kein eingespieltes Team sind. Es sah gar nicht gut aus, aber dann setzte Messane knapp 30 Runden vor Schluss die eine Attacke. Sie konnte schnell einen großen Vorsprung zwischen sich und das Feld bringen und auch Fabienne konnte den Abstand vergrößern. Kurz vor Schluss schafften sie es, das gesamte Feld zu überrunden und damit stand ihr Sieg fest. Was für eine großartige Überraschung und was für strahlende Siegerinnen.

Aber der RSV hatte auch noch einen zweiten Starter mit in Anadia. Vor 2 Jahren aus der Ukraine geflüchtet, hatte sich Andrii Mechnikow Ende des letzten Jahres dem Verein angeschlossen. Als Schüler am Sportgymnasium in Kaiserslautern kann er auch in Deutschland seinem Sport nachgehen und auch wenn es hier bei den Rennen auf der Straße noch nicht so richtig rund läuft, wurde er von seinem Nationaltrainer für die EM nominiert. Im Punktefahren lag er zwischenzeitlich sogar in Führung, aber dort ging ihm die Kraft aus und er fiel zurück. Im Madison konnte er mit seinem Partner den 8. Platz erreichen. Bei der Mannschaftsverfolgung dann eine Enttäuschung für das Team aus der Ukraine, denn einer der Sportler rutschte aus dem Pedal, sodass der Lauf abgebrochen werden musste und die blau-gelben ohne Ergebnis blieben. Andrii hat dann im kommenden Jahr noch einmal die Chance als Junior an den Meisterschaften teilnehmen.

Und auch in der Südpfalz gab es große Radsportveranstaltungen, denn die Südpfalztour erlebte ihre 26. Austragung in Roschbach. Mit dabei Linus Sturm vom RSV, der sich in diesem Jahr mit starker Konkurrenz zu messen hatte. Über 3 Tage mit 4 Wettbewerben erstreckte sich die Rundfahrt und jede Platzierung zählt, da im Gegensatz zu den Rundfahrten bei den Profis das Gesamtklassement nicht nach der gefahrenen Zeit, sondern über ein Punkteschema und die Platzierungen erstellt wird. Linus schaffte es auf allen Teilstücken in die Top 5, immer nur knapp am Podium vorbei und auch in der Schlussabrechnung fehlte ein einziger Punkt zum 3. Platz. Punktgleich mit Platz 3 und 4 musste sich Linus mit dem 5. Platz begnügen.

Meisterehrung in Hülle und Fülle für die Radsportler

Mächtig viel zu feiern gab es in den letzten Wochen bei den Rennfahrern des RSV, standen doch nicht weniger als zwei Deutsche Meisterschaften an – und beide hier in der Region.

Zunächst das große Radsportfest in Linden, wo die Deutsche Meisterschaft auf der Straße ausgetragen wurde. Auf einem schweren Rundkurs und bei tropischen Temperaturen waren alle TeilnehmerInnen über regelmäßige Abkühlung froh. Als Erster musste Lasse Delius ran, aber er hatte einen schwarzen Tag erwischt und blieb weiter unter seinen Möglichkeiten. Anschließend verpasste Linus Sturm die Top 10 nur ganz knapp, blieb dann aber mit den anderen Radsportfans aus Rheinzabern vor Ort, um die beiden Damen anzufeuern. Messane Bräutigam startete zum ersten Mal in der Frauenkategorie und nachdem sie am Freitag im Zeitfahren bereits einen sehr guten 4. Platz belegte, rechnete sie sich auf dem schweren Kurs in Linden nicht viel aus. Also ging sie gleich in der ersten Runde voll in die Offensive und setzte sich allein vom Feld ab. So konnte sie die vielen Menschen am Straßenrand ganz allein genießen, hatte mit den vorderen Platzierungen im Lauf des Rennens aber nichts mehr zu tun. Dennoch war die Stimmung bei den Rheinzabernen an der Strecke riesig. Anders dagegen Hannah Franziska Brand, die bei den Juniorinnen zunächst etwas weiter hinten zu finden war, aber sich am Ende doch noch in die Top 10 vorschieben konnte und damit ein beachtliches Ergebnis einfuhr. Nicht am Start waren unsere beiden Rennfahrer aus der Ukraine, die aufgrund einer Sonderregelung für Minderjährige sogar bei den Deutschen Meisterschaften hätten starten dürfen, aber leider hatte der Landesverband die Meldung versäumt.

Bereits in der folgenden Woche traf sich die Radsportwelt wieder – und zwar in Dudenhofen auf der bekannten Radrennbahn “Badewanne”. Am ersten Tag unter tropischen Temperaturen musste Messane Bräutigam in der Einerverfolgung über 4 Kilometer ran. Hier gibt es in Deutschland eine enge Konkurrenz, da man sich über diese Disziplin für die Mannschaftsverfolgung empfehlen kann und somit für einen Platz bei Olympia. Messane war über ihren 4. Platz mehr als glücklich, denn so schob sie sich als 19-Jährige unter die Arrivierten und fuhr mal eben eine persönliche Bestleistung. Jetzt hieß es aber Abkühlen, was bei 35 Grad gar nicht so einfach war, denn abends stand noch die Entscheidung im Scratch an. Hier fahren die Rennfahrer wie von der Straße bekannt auf Endspurt und Messane hatte den richtigen Riecher – sie folgte der Hauptkonkurrentin und überholte sie noch kurz vor dem Ziel. Damit war der erste DM-Titel in der Tasche und so sollte es auch weitergehen. Am folgenden Tag ging es in die Mannschaftsverfolgung und der Pfälzer Vierer holte sich die Silbermedaille. Zum Glück gab es über Nacht einen Wetterwechsel und die Strapazen wurden nicht noch durch die Hitze verstärkt, denn am Abend stand das nächste Finale an. Im Ausscheidungsfahren war Messane mittlerweile in der Favoritenposition und der wurde sie auch souverän gerecht. Damit bekam sie bereits das zweite Meistertrikot und hatte immer noch Hunger auf mehr.

Aufgrund von Stürzen bei den vorangegangenen Entscheidungen war das Feld der Juniorinnen etwas ausgedünnt. Hannah Franziska kam aufgrund ihrer guten Fahrweise nie in Gefahr und die Jury entschied, dass Frauen und Juniorinnen ein gemeinsames Rennen im Madison bestreiten. So kam es, dass unsere beiden Fahrerinnen zusammen an der Startlinie standen, wenn auch in verschiedenen Teams. Und auch bei der Siegerehrung standen beide ganz oben auf dem Treppchen, konnten sie doch in ihrer jeweiligen Kategorie den Sieg einfahren. Was für ein tolles Bild beim Abspielen der Nationalhymne. Und die Meisterschaft war noch nicht vorbei. Für Messane stand noch das Punktefahren an, bei dem nun wirklich alle Augen auf sie gerichtet waren und sie meisterte diese Aufgabe mit “Auge”, denn auch bei ihr waren mittlerweile die Beine schwer. Mit ihrem 4. Titel avancierte die gerade einmal 19-jährige Sportlerin zur erfolgreichsten Athletin bei der DM und es müsste schon etwas Schwerwiegendes passieren, damit sie am Ende des Jahres nicht für die WM in Chile nominiert werden sollte. Hannah war ebenfalls noch nicht fertig und ging mit gemischten Gefühlen beim Ausscheidungsfahren an den Start. Aber der Pessimismus war vollkommen fehl am Platz, denn sie hatte alles in der Hand und gewann die letzte Entscheidung bei den Juniorinnen souverän.

Damit geht der RSV mit insgesamt 6 (!) Titeln aus der DM und je einer Silber- und Bronzemedaille – was für eine Bilanz für den kleinen Verein aus der Südpfalz. In den nächsten Wochen geht es gleich richtig weiter, es steht die Südpfalztour in Roschbach an, aber auch die Europameisterschaft auf der Bahn in Portugal. Wir wünschen unseren Sportler:innen viel Erfolg.

Landesmeisterschaften und internationale Rennen

Auch im schönsten Frühling gibt es Regen und nasse Straßen – das mussten die Radsportler bei den Meisterschaften des Landesverbands Rheinland-Pfalz erkennen und so sahen sie alle nach dem Rennen auch aus. Gemeinsam mit Baden-Württemberg wurden die Meisterschaften in der Nähe von Ulm durchgeführt und so waren alle froh, vor der Heimfahrt noch unter die Dusche zu gehen. Bei Temperaturen von unter 10 Grad und Dauernieseln entwickelten sich dennoch schnelle Rennen und unsere Trikots waren immer vorn vertreten. Bei den Junioren belegten Julius Thomas und Ben Bachmann die Plätze 2 und 3. Lasse Delius musste sein Rennen in der U17 auf Grund eines Defekts aufgeben, aber Viola Scharpey bei den jungen Damen holte mit dem 2. Platz wieder ein sehr gutes Ergebnis. Noch eine Stufe weiter hoch auf dem Podium konnten Ben Göbel und Linus Sturm steigen, denn beide wurden in ihren Altersklassen Landesmeister. Dem wollte auch Hannah Brand nicht nachstehen und gewann die Wertung bei den Juniorinnen.
Viel Zeit zum Ausruhen blieb gar nicht, denn einer der Höhepunkte im Kalender U15 und U17 stand an. Für unsere RennfahrerInnen ging es ins schöne Thüringen, genauer nach Gotha. Dort startete die 3-tägige TMP-Tour direkt vor dem Schloss und drei unserer SportlerInnen wurden in die Auswahl des Landesverbands RLP berufen. Viola und Lasse kämpften mit den ungewohnt großen Starterfeldern und hatten mal ein bisschen mehr, mal ein bisschen weniger Glück und belegten jeweils Plätze im Mittelfeld. Linus hielt gegen starke Konkurrenz kräftig dagegen und holte sich auf der zweiten Etappe den zweiten Platz. Bei den anderen Etappen war er jeweils nicht weit entfernt vom Podium und auch in der Gesamtwertung war sein Abstand nach vorn gering. Dennoch nehmen alle Sportler eine große Erfahrung mit nach Hause, denn Veranstaltungen über mehrere Tage hinweg mit richtigen Straßenrennen sind weiterhin rar in Deutschland.
Unsere „älteren“ Damen waren im Ausland unterwegs. Hannah besuchte unsere Freunde in Soultz im nahen Elsass und kämpfte sich Runde für Runde den Berg zum Ziel hinauf. Belohnt wurde sie mit einem Platz auf dem Podest und dann ging es gleich mit dem Rad wieder nach Hause. Messane Bräutigam fuhr im Trikot ihres Profiteams ein schnelles Rennen in Belgien. Als Anfahrerin eingeteilt ging sie in der Spitze um die letzte Kurve und hielt das Tempo so lang hoch, wie es die Beine hergaben. Belohnt wurde die Mannschaft mit dem 5. Platz durch die Kapitänin und so gab es auch dort etwas zu feiern.
Neben allen sportlichen Aktivitäten steht auch die jährliche Mitgliederversammlung im Terminkalender. Alle Mitglieder sind herzlich in das Römerbad eingeladen, Termin: 23.05.2025, 17:00 Uhr. Anschließend treffen wir uns an der Vereinshalle zum Helferfest anlässlich des Straßenrennens im April.

10. Rheinzaberner Cyclocross – Ein Wochenende der Superlativen

Was für ein Wochenende! Großer Trubel bei gutem Wetter, viele Sportler und interessante Rennen – das alles erlebte die Cyclocross-Arena rund um den Wiesenweg am ersten Adventswochenende.

Bereits am Samstag waren mehr als 50 FahrerInnen gekommen, um sich beim Gravelrennen miteinander zu messen, oder auf der 5,5 Kilometer langen Runde einfach nur Spaß zu haben. Allen SportlerInnen standen nach den 2 Stunden Fahrtzeit die Anstrengung ins Gesicht geschrieben, wurde aber vom Matsch der Wege überdeckt. Schnell ging es nach dem Zieleinlauf in warme Kleidung und an das Lagerfeuer zum Aufwärmen, dort konnte gemeinsam die Rennen ausgewertet und Pläne für den Abend auf dem Anneresl geschmiedet werden. Sportlich lief es für das Team Bike Aid aus dem Saarland sehr gut. In beiden männlichen Altersklassen gewannen mit Patrick Lechner und Markus Stoll ein Sportler der Mannschaft. Bei den Frauen siegte Mara Becker aus Mannheim. Allen gemeinsam war die Freude an dieser recht jungen Disziplin des Radsports und der Wunsch nach einer Neuauflage im nächsten Jahr.

Nach kurzer Nacht ging es früh am Morgen wieder los und pünktlich 10 Uhr für den ersten Start war alles vorbereitet. Die ältesten Jahrgänge rauschten los und lieferten sich ein heißes Rennen, manche Plätze wurden sogar im Sprint entschieden – eine Seltenheit im Cyclocross. Gleich im Anschluss waren die Schultern etwas schmaler und die Beine etwas kürzer, denn die Altersklassen U17 und U15 gingen auf die Strecke. Hier lagen die Hoffnungen des Ausrichters auf Linus Sturm, der sich auch nicht zurückhielt und den Pokal für den 2. Platz ergatterte. Anschließend ging es auf dem Wiesenweg richtig rund. Insgesamt 44 (!) ganz junge Sportler und Sportlerinnen der Altersklassen U13 und U11 sorgten für mächtig Trubel. Sie gingen erst auf einen kurzen Crosslauf, nach dessen Ergebnissen die Startaufstellung für das Crossrennen ermittelt wurde. Auf den Podien standen Kinder aus Bayern, Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz – also auch hier zieht die Veranstaltung die Besucher aus nah und fern. Die Gruppe aus Bayern freute sich besonders über die Gastfreundschaft in der Pfalz, denn sie waren schon am Samstag angereist und konnten so am Vorabend des Rennens auch über das Anneresl laufen.

Gegen Mittag wurden die Waden und Schultern der Sportler an der Startlinie wieder kräftiger. Beim Hobbyrennen darf jeder starten und mit Markus Nietmann war auch ein rot-weißes Rheinzaberner Trikot zu sehen. Sein Ziel war natürlich die Verteidigung des Sieges aus dem letzten Jahr, aber der Konkurrent aus Bensheim war am Ende doch etwas schneller. Neben den ambitionierten Rennern waren aber auch viele Einsteiger gekommen, die einfach mal ein Crossrennen ausprobieren wollten. Hier gab es viele strahlende Gesichter nach der Anstrengung, denn dann schmeckt der Glühwein gleich noch viel besser.

Bevor aber dann mit den Frauen das erste der beiden Hauptrennen gestartet werden konnte, kam es zu einem kleinen Zwischenfall, da ein Zuschauer einen Schwächeanfall hatte und das DRK vor Ort erst die Kollegen benachrichtigen mussten. Der Rettungswagen kam super schnell und die bereits zum Start aufgestellten Damen räumten noch einmal kurz den Startkorridor, damit der Zuschauer ins Krankenhaus gebracht werden konnte. Wir wünschen ihm gute Besserung! Kurz danach erfolgte der Pfiff des Kommissärs als Zeichen für “Start frei!” und nach kurzer Abtastphase lag ein rot-weißes Trikot an der Spitze. Unser Eigengewächs Messane Bräutigam hatte für ihr Heimrennen das Trainingsprogramm etwas umgestellt und ging bei der 10. Auflage zum 9. Mal an den Start. Nach rund 50 Minuten Fahrzeit rollte sie locker als Siegerin über die Ziellinie, denn der Vorsprung war mehr als ausreichend. Beim Veranstalter war ihre Teilnahme mit einem lachenden und weinenden Auge zu sehen, denn die Sportlerin hat viele Jahre den Verein vertreten und wechselt jetzt ins Profilager. Damit werden wir sie in den nächsten Jahren zum ersten Mal in ihrer Karriere in einem anderen Trikot sehen.

Zum Abschluss des Renntags ging des Feld bestehend aus den Herren und den Junioren ins Rennen. Auch hier war ein Rheinzaberner auf Abschiedstour, denn Felix Kloss wird ebenfalls ab 2025 im Trikot seines Profiteams zu sehen sein. In den Kampf um den Sieg konnte er leider nicht eingreifen, genauso wie Elias Lanfermann, der nach einem Jahr mit wenig Training den Wiedereinstieg probierte, aber nach 40 Minuten ging ihm die Luft aus, wie nach dem Rennen einräumen musste. Der Sieger aus Darmstadt strahlte um so mehr über seinen ersten Sieg in Rheinzabern und schwärmte von der anspruchsvollen und interessanten Strecke über das Rheinhochufer. Allgemein gab es wieder viele positive Rückmeldungen über die Veranstaltung und mit der “Treppe des Grauens” hat die Strecke ein Alleinstellungsmerkmal weit über die Region hinaus.

Der RSV Rheinzabern zieht zum wiederholten Mal ein positives Fazit des Crosswochenendes. Der Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfern, den Sponsoren und den Unterstützern und nicht zuletzt den Besuchern aus nah und fern. Mit insgesamt rund 360 Startern sind wir in einer Dimension angekommen, bei dem die Infrastruktur in den nächsten Jahren weiterentwickelt werden muss, die aber für den Ort und das Umland auch einen deutlichen Eintrag bringt. Mit diesen Impressionen geht es in die Winterruhe und ab Januar geht es an die Vorbereitung des nächsten großen Events.

Deutsche Meisterschaft Cyclocross

Wenn im Winter dann endlich die ersten Flocken vom Himmel fallen, dann freut man sich zumeist, kann man doch endlich den „richtigen“ Winter erleben. Für unsere Cyclocrosser war der erste Schnee allerdings kein Vergnügen, denn am zweiten Wochenende des noch jungen Jahres stand die Deutsche Meisterschaft an. Dafür ging es ins Bergische Land, genauer nach Radevormwald. Die Gegend östlich von Köln machte ihrem Ruf als „deutsches Sibirien“ alle Ehre und so kämpften unsere drei Sportler mit Temperaturen dauerhaft unter null, Nebel oder grauen Himmel und – als Sahnehäubchen – dichter Schneefall. Linus Sturm, Felix Kloss und Messane Bräutigam waren extra bereits am Freitag angereist und fanden eine teilweise vereiste und insgesamt sehr harte Strecke über Wiesen und durch einen Wald vor. Am Ende ging es auf einem Asphaltstück steil den Berg hinauf zum Ziel. Da hieß es erst einmal tief durchatmen und schön vorsichtig durch die Kurven fahren. Am Samstag war dann wieder Zeit zum Trainieren, aber durch die Strecke veränderte sich von Stunde zu Stunde, sodass auch der ein oder andere Sportler unsanft zu Boden ging.

Für unseren Verein ging dann Linus als erster am Sonntag Morgen in sein Rennen. Es war gerade so hell geworden, als die jungen Wilden der U15 auf die Jagd durch die Kälte mussten. Unser Linus hielt sich bei seiner Premiere bei einer nationalen Meisterschaft sehr gut und belegte den 15. Platz. Dabei war es gar nicht so einfach, sich in dem großen Feld zu behaupten. Anschließend stand unser Felix am Start der U19 und hatte schon mit den ersten Schneeflocken zu kämpfen. Er wurde am Ende 20.

Am frühen Nachmittag füllten sich die Zuschauerränge, denn es standen die Hauptrennen der Frauen und Männer an. Auf Grund der (leider immernoch) gerinen Starterzahlen bei den weiblichen Klassen, fahren die U19 dort bei den Erwachsenen mit, d.h., mit zeitlich versetztem Start. Unsere Messane stand natürlich in der ersten Startreihe und zusammen mit einer Konkurrentin hatte sie schnell einen großen Vorsprung heraus gefahren. In der zweiten Runde erwischte sie dann eine Kurve nicht richtig und machte Bekanntschaft mit dem Schneeboden. Sie rappelte sich schnell wieder auf und machte sich auf die Verfolgung. Aber dann passierte ein zweites Missgeschick und dabei bekam auch das Rad etwas ab. Bis zur nächsten Möglichkeit das Rad zu wechseln, musste sie mit nicht funktionierender Schaltung auskommen und dann war die Lücke nach vorn zu groß. In der letzten Runde konnte sie noch etwas Boden gut machen, aber es reichte nicht und so fiel sie vollkommen entkräftet nach der Überquerung des Zielstrichs auf den kalten Asphalt. Nach einigen Minuten ging es alles wieder und bei der Siegerehrung konnte sich Messane dann auch über die Silbermedaille freuen.

Messane hier beim Rennen in Rheinzabern in vollem Tempo

Damit geht die Cyclocross Saison so langsam dem Ende entgegen. Sie begann Mitte September bei über 30 Grad in Bensheim und endete bei Schneetreiben und Minusgraden in Radevormwald. Der RSV beglückwünscht seine erfolgreichen Sportler und schaut gern auf seine eigene Veranstaltung rund um den Wiesenweg zurück. Jetzt heißt es erstmal kräftig durchatmen und dann mit neuem Elan in die Vorbereitung auf die Saison stürzen.

Was für ein Crosswochenende!

Insgesamt 60 Stunden hat es gedauert, knapp 30 ehrenamtliche Helfer, 223 Starter, Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, jede Menge Kuchen und Glühwein … das sind nur ein paar wenige Zahlen – sie beschreiben aber sehr gut die Dimension einer solchen Veranstaltung.

Auf Grund der vorhergesagten tiefen Temperaturen wurde ein Großteil der Strecke schon am Freitag abgesteckt. Samstag Morgen ging es dafür wesentlich schneller und 12 Uhr war alles für die Sportler vorbereitet, die bereits die Startnummernausgabe bevölkerten. Auch der letzte Handgriff war längst gemacht, als sich die ersten Rennfahrer an der Startlinie einfanden und schon gingen die Hobbyfahrer Ü40 auf die Strecke. Während dort Markus Nietmann im Trikot des Ausrichters ganz vorne weg eilte und den Seriensieger der letzten Jahre in Schach hielt, stürzten sich die Gravel-Fahrer in ihr Rennen über 90 Minuten auf der 10 Kilometer langen Runde. Hier bestimmte Matthias Schnapka aus dem Saarland das Geschehen und holte sich am Ende verdient den Sieg. Vom RSV Rheinzabern hielt Elias Lanfermann lange mit, musste sich in der letzten Runde aber dann doch der Erfahrung seines Konkurrenten geschlagen geben.

Die Anstrengungen waren allen Teilnehmenden ins Gesicht geschrieben. Knapp positive Temperaturen, viel Matsch auf der Strecke und dazu der pfiffige Wind forderten alles von den Teilnehmenden ab. Die Reaktionen waren dennoch (oder gerade deswegen) überragend. Spaß hat es allen gemacht und durchgehend wurde eine Wiederholung gefordert. So klang der Nachmittag gemütlich aus, bevor die ersten Handgriffe für den Sonntag angegangen wurden und nach kurzer Nacht trafen sich die Helfer am Sonntagmorgen.

Über Nacht waren die Temperaturen weiter gesunken und der erste Blick aus dem Fenster sah keinerlei Wolken am Himmel. Das sollte sich den ganzen Tag nicht ändern und so sorgte Petrus für herrlichsten Sonnenschein und damit eine gefühlte Temperatur, die weit über der tatsächlichen lag. Den ein oder anderen Teilnehmer (hier explizit nur Männer gemeint!) hatte das Wetter dann doch abgeschreckt, so dass die Rekordmeldezahl von 200 dann leider nicht eingehalten wurde. Zahlreich gekommen waren aber die ganz Jungen, und so war vor allem um die Mittagszeit herum richtig was los auf dem Wiesenweg.

Vom Veranstalter zeigte Julius Thomas bei der U17 und Linus Sturm bei der U15 ihr Können. Beide hatten leider das Pech an den Reifen. Julius musste nach einem Schaden am Rad sogar das Rennen aufgeben. Pünktlich zum Nachtisch nach dem Mittagessen starteten die weiblichen Klassen in ihr Rennen und mit dabei Messane Bräutigam im Trikot der Deutschen Meisterin, die als U19-Juniorin bei den Frauen mitstartete und sich dort auch lange an der Spitzengruppe festbeißen konnte. In der letzten Runde musste sie den Anstrengungen der letzten Wochen Lehrgang der Nationalmannschaft auf der Bahn) Tribut zollen und hatte am Ende einen kleinen Rückstand auf die besten Frau – die Konkurrenz der U19 gewann sie souverän.

Im letzten Rennen des Tages konnte man schon wieder ein Trikot des Veranstalters sehen. Elias Lanfermann hatte sich gut vom Gravel am Vortag erholt und kämpfte ab der ersten Runde um das Podium. In Runde 4 dann aber das Malheur: Sein Hinterrad verlor leicht an Luft. Wieder am Materialdepot angekommen wechselte er auf das (noch nicht geputzte) Rad von Messane und während er mit dem ungewohnten Sportgerät seine nächste Runde drehte, wurde sein eigenes Rad repariert und wenige Minuten später konnte er zurück wechseln. Für seine Anstrengungen wurde er am Ende mit der Holzmedaille für den 4. Platz belohnt. Gleichzeitg mit dem Eliterennen gingen die Junioren auf die Strecke und mit dabei Felix Kloss. Er musste sich nur dem Deutschen Meister der U17 aus der letzten Saison geschlagen geben und holte noch eine Podestplatzierung für unseren Verein.

Direkt nach Zieleinfahrt des letzten Fahrers griffen die ersten Hände zu den Absperrgittern und die Streckenmarkierungen wurden Stück für Stück eingeholt. Alle Aufbauten mussten bis zur Dunkelheit entfernt werden und auch das schafften die vielen fleißigen Helfer, sodass sogar noch Zeit für einen letzten Glühwein blieb. Damit ging der 9. Rheinzaberner Cyclocross nach einem aufregenden Wochenende zu Ende. Unser Dank gilt den vielen Unterstützern, Sponsoren, Helfern und nicht zuletzt den Sportlerinnen und Sportlern für ihr Kommen.

Am 9. Juli 2023 war unser großes Radsportfest in Rheinzabern.

Und wieder war es ein großer Erfolg in Rheinzabern…

Rheinpfalz-Bericht

 

Rheinpfalz-Bericht
Rheinpfalz-Bericht

 

“Deutsche Meisterschaft”

Unsere beiden Damen haben wieder eine Deutsche Meisterschaft auf dem Plan und bei tropischen Temperaturen im Badischen Offenburg waren die Anstiege hinauf in die Weinberge schon schwer genug, aber die Hitze und Trockenheit forderte alles von den Fahrerinnen und Fahrern ab. Hannah Franziska Brand hielt sich tapfer in der Spitzengruppe und musste im
Schlusssprint dann der langen Distanz Tribut zollen. Sie war dennoch mit ihrem 8. Platz sehr zufrieden. Bei den Juniorinnen zerflog das Feld bereits in der 2. Runde und Messane Bräutigam fand sich im Feld hinter den Ausreißern wieder. Nach und nach konnten weitere zurückgefallene Fahrerinnen aufgefahren werden und so klassierte sie sich am Ende auf dem 16. Rang. Für sie geht es fast direkt weiter zur Vorbereitung auf die Europameisterschaft in Portugal.